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Was
ist Eierstockkrebs?

Krebszellen haben die Eigenschaft, sich
unkontrolliert zu teilen und über die natürlichen
Organgrenzen hinaus zu wachsen.
Viele Zellen bilden dann die Geschwulst,
die auch als Tumor bezeichnet wird. Der
Eierstockkrebs entwickelt sich aus den
Zellen des Eierstockes. Der Eileiterkrebs
(Tubenkarzinom) hat seinen Ursprung im
Eileiter (Tube), der Bauchfellkrebs im
Bauchfell (Peritoneum). Da im Eierstock
mehrere Zelltypen vorhanden sind, aus
denen ein Krebs hervorgehen kann, existieren
auch verschiedene feingewebliche
(histologische) Typen des Eierstockkrebses.
In den meisten Fällen, etwa 90%, handelt
es sich um sog. epitheliale Tumoren.
Erst bei entsprechender Größe des Tumors
kann dieser vom Gynäkologen getastet und
mit den unterschiedlichen Verfahren, wie
z. B. Ultraschall (Sonographie) oder Computertomographie
(CT), dargestellt werden.
Manchmal verursacht der Tumor Beschwerden,
wie z.B. Schmerzen im Unterbauch
oder Verdauungsprobleme. Die Zellen des
Eierstockkrebses können auch andere
Organe des Bauchraumes erreichen und
dort Fernabsiedlungen (Metastasen) bilden
(siehe Abbildung). Am häufigsten greift der
Eierstockkrebs das Bauchfell (Peritoneum),
die Lymphknoten und den Darm an, wobei
zumeist nur die äußeren Wandschichten
des Gastrointestinaltraktes befallen sind.

Das Bauchfell (Peritoneum) besteht aus
zwei Schichten, die zum einen die Bauchwände
auskleiden und zum anderen die
inneren Organe (wie Leber, Darm und Blase)
umhüllen. Wenn eine Patientin Bauchwasser
(Aszites) entwickelt, kann dies ein Hinweis
für den Tumorbefall des Bauchfelles sein.
Das Bauchwasser entsteht bei Krebserkrankungen
in der Regel dadurch, dass Tumorknoten
das Bauchfell befallen haben (Peritonealkarzinose)
und die Gefäße verlegen,
die für die Wiederaufnahme (Resorption)
des Wassers aus dem Bauchraum in den
Blutkreislauf verantwortlich sind. So kann
es zum Wasserstau im Bauchraum kommen.
Wenn das Bauchfell der Organe befallen ist,
z.B. der Leber (FIGO III), gilt diese Absiedlung
nicht als eigentliche Organmetastase,
es handelt sich also dann nicht um eine
Lebermetastase. Erst bei Befall der inneren
Organschichten (Parenchym) spricht man
von "echten" Lebermetastasen (FIGO IV).
Auch wenn andere Organe oder Organstrukturen
befallen sind, handelt es sich
weiterhin um einen Eierstockkrebs, der
streng z.B. von einem "echten" Dickdarmkrebs
abzugrenzen ist. Gleiches gilt für den
Befall der Lymphknoten, wenn die Krebszellen
vom Eierstock ausgehen. Das bedeutet,
dass die Behandlung des Eierstock-,
Eileiter- oder Bauchfellkrebses unabhängig
vom Befall weiterer Organe und unabhängig
davon, ob die Eierstöcke oder Eileiter bereits
entfernt sind, erfolgt.
Die Ursachen für die Entwicklung von Eierstockkrebs sind
unbekannt. Verschiedene Faktoren werden als "Mitauslöser"
verantwortlich gemacht (z.B. fettreiche Ernährung, lange reproduktive
Phase und keine bis wenige Geburten). Die familiäre Veranlagung
spielt nur bei wenigen Patientinnen eine Rolle. Nur etwa 5%
der Betroffenen haben in ihrer Familie Angehörige mit Eierstock-
oder Brustkrebs. Haben Sie zur genetischen Belastung weitere
Fragen, wenden Sie sich bitte an Ihr Ärzteteam, das Ihnen
bei Bedarf einen Kontakt zu einer spezialisierten Einrichtung
für Fauen mit familiärem Eierstock- oder Brustkrebs herstellt.

März 2010

Mit freundlicher Genehmigung von
PD Dr. med. Jalid Sehouli; Prof. Dr. med. Werner Lichtenegger
Verlag
© akademos Wissenschaftsverlag Langensaal 6 a, 22559 Hamburg
www.akademos-verlag.de
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