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Rezidiv - wenn der Eierstockkrebs wieder kommt

Bei einem großen Teil der Patientinnen kann das Fortschreiten der bösartigen Erkrankung mit der anschließenden Chemotherapie verhindert werden. Bei vielen erreicht man sogar das Verschwinden aller Tumorzeichen, ein Teil kann geheilt werden. Bei einigen Patientinnen tritt aber trotz zeitweisem Verschwinden aller auffälligen Tumorzeichen (z.B. Tumormarker CA-125, Befunde von CT oder MRT) die Erkrankung wieder auf (Rezidiv). Auch dieses kann aber oft bei guter Lebensqualität behandelt werden! Ob eine erneute Operation in dieser Situation angezeigt ist, muss von einem erfahrenen Ärzteteam (Gynäkologen, Chirurgen) gemeinsam mit der Patientin geklärt werden.

Verschiedene neuere und ältere Substanzen konnten ihre Wirksamkeit auch beim Wiederauftreten beim Eierstock-, Eileiter- und Bauchfellkrebs belegen. Zu den wirksamen Substanzen gehören unter anderem: Carboplatin, Doxorubicin, Etoposid, Paclitaxel, Topotecan und Treosulfan.

Die Medikamente sind entweder nichtbiologischen oder biologischen Ursprungs, wie z. B. Topotecan, das erstmals im asiatischen Baum „Tree of Joy“ (Baum der Freude) entdeckt wurde (siehe Abbildung).

Die Auswahl des individuellen Therapieregimes hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hierzu zählen insbesondere folgende Faktoren:

  • tumorfreies Intervall nach der letzten Chemotherapie mit Platin (kleiner oder größer 6 Monate)
  • aktueller Allgemeinzustand
  • Vorliegen von Nebenwirkungen, die durch die vorherige Chemotherapie bedingt sind (z. B. Sensibilitätsstörungen)
  • Organfunktionen (z. B. Nieren- und Leberfunktion)
  • besonders wichtig: die Präferenz der Patientin (z. B. Haarausfall)

Beträgt der tumorfreie Zeitraum vom letzten Zyklus der Ersttherapie mit Paclitaxel und Carboplatin und dem Zeitpunkt des Wiederauftretens der Erkrankung mehr als 6 Monate, wird im Allgemeinen eine platinbasierte (Carboplatin) Kombinationsbehandlung empfohlen. Ist das Intervall kleiner als 6 Monate wird nicht eine erneute Behandlung mit Carboplatin oder Paclitaxel empfohlen, sondern eine Monotherapie mit einer anderen Substanz (z.B. mit Topotecan).

Auch bei Wiederauftreten des Eierstockkrebses sollten die Patientinnen vorzugsweise in klinischen Studien behandelt werden.

Neben der Wirksamkeit der Therapie hat die Lebensqualität eine besondere Berücksichtigung zu finden. Die Nebenwirkungen, wie Schwäche, Erbrechen und Haarausfall, haben einen besonderen Einfluss auf die Lebensqualität der Patientinnen. Verschiedene klinische Studien mit neuartigen Konzepten zu Chemotherapien und neuartigen „zielgerichteten“ („targeted therapies“) und immunologischen Therapien werden in Deutschland von der NOGGO und AGO durchgeführt und sind für die Teilnahme offen.

März 2010

Mit freundlicher Genehmigung von
PD Dr. med. Jalid Sehouli; Prof. Dr. med. Werner Lichtenegger
Verlag
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