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Diagnostik
- der Weg zur Diagnose
Alle hier zum klinischen Management von Frauen mit Eierstockkrebs gemachten Ausführungen lassen sich im Wesentlichen auch auf die Erkrankungen Eileiterkrebs (Tubenkarzinom) und Bauchfellkrebs (Peritonealkarzinom) übertragen.
Die klinische gynäkologische Untersuchung gilt als Goldstandard in der Diagnostik des Ovarialkarzinoms. Für die Beurteilung des Oberbauches bieten sich die Ultraschalluntersuchung (Sonographie), die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) an. Für die Beurteilung krankhafter (pathologischer) Veränderungen im kleinen Becken sind diese aber der Ultraschalluntersuchung durch die Scheide (Vaginalsonographie) unterlegen.
Auf eine Blasenspiegelung (Zystoskopie), radiologische Magen-Darm-Passage (Darstellung des Verdauungstraktes mithilfe eines Kontrastmittels) und Darmspiegelung (Koloskopie) kann in der Regel verzichtet werden, da - trotz Befall der äußeren Wandschichten - in diesen Untersuchungen zumeist keine krankhaften (pathologischen) Befunde erhoben werden. Meist wird der Organbefall erst während der Operation abgeklärt. Vor der Operation sollten Blutbestimmungen (Blutbild, Chemie, Gerinnung und Tumormarker CA-125), ein Elektrokardiogramm und eine Röntgenuntersuchung der Lunge (Röntgen- Thorax) erfolgen.
Das CA-125 ist ein Körpereiweiß, das bei etwa 80% der Patientinnen vom Tumor produziert wird und bei diesen im Blut erhöht ist (d.h. bei 20% der Patientinnen ist es nicht erhöht!). Es kann aber auch bei "gesunden" Frauen (z.B. in der Schwangerschaft) und bei gutartigen Erkrankungen, wie z.B. bei Entzündungen der Eierstöcke, der Lunge und der Bauchspeicheldrüse, im Blut erhöht sein. Bei Patientinnen mit Eierstockkrebs kann dieser Tumormarker in Kombination mit den klinischen Untersuchungsergebnissen auch zur Verlaufskontrolle für die Chemotherapie verwendet werden. Die operative Behandlung des Ovarialkarzinoms sollte stets interdisziplinär geplant werden, d.h. von Gynäkologen in Zusammenarbeit mit Chirurgen und ggf. Urologen.
März 2011

Mit freundlicher Genehmigung von
Prof. Dr. med. Jalid Sehouli; Prof. Dr. med. Werner Lichtenegger
Verlag
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